Rüböllampen funktionieren nicht wirklich mit Rüböl - welche Rübe gibt denn auch Öl ?! Vielmehr ist es eine alte bezeichnung für eine Art Rapsöl, und das wiederrum findet sich ja nun an jeder Ecke. Solche Lampen sind quasi  bereits eine frühe Version von Beleuchtung mit nachwachsenden Rohstoffen. Ursprünglich bezog sich der Name auf die Verwendung des Ölrübsen, einem Verwandten des Raps.

Alte Rapssorten waren früher nicht zum Verzehr geeignet, waren aber ein gängiges Lampenöl, vor allem in der Zeit vor Einführung des Petroleums.

Allerdings ist der Energiegehalt nicht sehr hoch, sie brennen weder besonders hell noch besonders sauber, und es gibt bei langem Betrieb reichlich harzende klebrige Ablagerungen. Diese Laternen zählen nicht wirklich zu meinem Sammelgebiet, aber wenn die heimische Fledermaus geprägt ist sag ich nicht nein.

Fledermaus Handlaterne

 

 

Ausführung: Weißblech blank mit Messinghut

Modell: Katalog Nr. 1017 mit 3 geschliffenen Scheiben

Brenner: 5''' Rüböl

Brenndauer: 10h

Wandlampe mit Reflektor

 

Von Stübgen gab es nicht nur Laternen. Um die Jahrhundertwende wurden auch sehr hochwertige Innenlampen gefertigt. Insbesondere die Wandlampen sind qualitativ  sehr gut gewesen, neben eienr stabilen Konstruktion und hochwertigen Materialien verwendeten sie einen leistungsstarken Kosmos-Brenner und einen effektiven Spiegelreflektor.

 

Die Laterne trägt Markungen am Reflektor: DRGM 20706 + DRP 69093 auf der Spiegelrückseite und DRP 69093 am Halter. Das Patent für den Hängearm wurde 1882 erteilt, und die Lampe wurde seit mindestens seit 1894 im Katalog geführt.

 

Das vorliegende Modell... nun ja. 75 % des Brenners fehlen, das Glasbassin hat einen kleinen Sprung und ist vermutlich gar nicht original, und der Reflektor wurde bereits drei mal überstrichen.

 

Katastrophe.  Ich zerlege erst mal alles in seine Einzelteile, d.h. Spiegel auslöten. Abgesehen von der Farbe gibt es noch eine bombenfeste Petroleumpatina auf dem Messing. Entlacken, entrosten, polieren, polieren, polieren. 10 Polieraufsätze später ist ein Ende in Sicht.

Der gedrehte Halter wird entlackt, entrostet und versuchsweise nachverzinnt.

 

Baujahr: ab ca. 1894

Restauration: 2017