E. Klöpfel & Sohn ( EKS ),  war in den Jahrzehnten um 1900 eine der Größen der Erfurter Lampenproduktion, und in gewissen Sinn die einzige Firma die den Wandel zur Elektrifizierung, beide Weltkriege und  die DDR am Standort Erfurt überlebte.  In den 1990er endete die 1863 begonnene Firmengeschichte, die Familie Hellmich, welche schon 1908 Firmeneigner war, schloß den Betrieb.

 

Die Identifizierung von K&S Laternen war bisher eher schwierig, denn die meisten Modelle sind überhaupt nicht gemarkt und es gibt kaum Unterlagen.

Zwei Merkmale sind fast über den gesammten Produktionszeitraum charakteristisch: Zum Einen der mit  "Klöpfel & Sohn" gemarkte Brenner.  Zum Zweiten ein unteres Glassieb mit Kippscharnieren. Hier exsistieren Patentnachweise.  Auch eine geringelte Tragbügelöse ist ein gutes Indiz, aber nicht zwingend. Gleiches gilt für die als 8 ausgebildeten, gestanzten Tragbügelhalter, und die vernietete obere Zugstange.

 

 

 

Die Laterne kann ihre Erfurter Herkunft nur schwer verleugnen, es zeigen sich einige Parallelen zum Modell von C.E. Kleemann. Man betrachte nur die Ringelöse am Tragehenkel. Auch die Ausbildung des Schutzgitters findet sich wieder.

Charakteristisch scheint das der Zugheber am Blaker oben angenietet ist, was man nicht oft sieht. Außerdem ist das untere Glassieb am Gestänge geschraubt und nicht beweglich.

Der deckellose Tankverschluss erinnert an Stügben. Die alten 28xx Modelle hatten einen gleichartigen Deckel, allerdings mit anderem Gewinde.

Brenner und Brennerhut sind aus Messing, stecken allerdings in einer Eisenblechhalterung und gammel furchtbar fest. Sowas kennt man auch von K&T.

 

Die lokale Konkurrenz verzichtete etwa um 1906 herum auf den Einsatz von Messing, ich würde also auch hier vorerst mal von einem Baujahr vor 1910 ausgehen.

 

Klöpfel & Sohn, Model ?

 

Ich sah nur den geringelten Tragbügel und hab zugeschlagen. Großes Rätselraten in der Wartezeit bis zum eintreffen, denn die Laterne tauchte in den Unterlagen nicht auf. Aber die Parallelen zur bereits vorhandenen K&S und Kleemann Laterne ließen hoffen.

 

Mit dem Tank erinnert sie auch deutlich an eine K&T.

 

Und ja, alle relevanten Merkmale waren zu finden. Hätte ich nicht schon eine gehabt wärs schwer geworden.

 

Bestandsaufnahme: Tankdeckel fehlt wie üblich, das Schutzgitter wird nur noch durch Draht zusammengehalten, der obere Glashalter fehlt komplett ( das hatte ich noch nie ) , und ist ebenfalls ein Drahtkonstrukt.

 

Das war auch gleich die erste Baustelle. eine 2850 Ruine spendete den Glashalter der natürlich problemlos passte.

 

Entrosten - natürlich. Diverse Nachlötungen am Tank und Boden, Minilöcher in der Tankwand. Da gabs nur eins - 20ml Eploxyversieglung und gut ausschwenken. Brenner tadellos, Brennerhaube mit reichlich Spannungsrissen - aber noch hälts.

Die Verlötung der Luftrohre oben war lose und wurde nachgelötet. Das Schutzsieb bestand nur aus Einzelteilen die mit Draht zusammenhielten - komplett neu verlötet. Die Rostentfernung am Blaker musste ich irgendwann abbrechen, sonst wäre es ein Sieb geworden.

 

Schlußendlich Owatrol Behandlung, und ich denke jetzt ist sie wieder vorzeigbar für ihr Alter :-)

 

Die Datierung fällt schwer.  Mit Messingbrenner wohl vor 1910, mit einteiligen Luftrohren wohl nach 1897.

 

 

 

 

Hersteller: E.Klöpfel & Sohn , Erfurt

Baujahr:   ca 1897 - 1910

Brenner:   7'''